ÜberblickKunststoffschleifkörper sind kunststoffgebundene Schleifkörper, die sich aufgrund ihres geringeren Eigengewichts und ihrer elastischen Zusammensetzung besonders für schonende Oberflächenbearbeitungen eignen. Sie erzeugen ein feines Schliffbild ohne Kratzer, sind kaum splittranfällig und kommen dort zum Einsatz, wo empfindliche Werkstücke oder weiche Werkstoffe bearbeitet werden müssen.
Anwendungsgebiete- Sanftes Entgraten und Kantenverrunden
- Schleifen, Glätten, Polieren und Mattieren von Werkstücken
- Bearbeitung von weichen Buntmetallen (Messing, Aluminium, Kupfer), Holz und Kunststoff
- Verwendung bei Zink- und Magnesium-Druckgussteilen sowie Anwendungen an Stahl- und Graugussteilen
- Hochsensible Anwendungen in der Medizintechnik (z. B. Endoprothesen wie Knie- oder Hüftgelenke aus Kobalt-Chrom oder Titan)
- In speziellen Fällen sogar Bearbeitung keramischer Werkstücke in Hochleistungsanlagen möglich
Vorteile- Etwa halb so schwer wie keramische Schleifkörper, dadurch geringerer Anpressdruck und feinere Oberflächen
- Gutes Separierverhalten und Abrolleigenschaften (geringeres Verklemmungsrisiko)
- Auch große Schleifkörperabmessungen erzielen gute, kratzerfreie Ergebnisse
- Unempfindlich gegen Splittern bei hoher mechanischer Belastung
- Farbcodierung ermöglicht verschiedene Schleifwirkungen
- Spezielle N‑Varianten (schaumfrei) reduzieren Werkstück- und Maschinenverschmutzung und erhöhen Prozessstabilität
HerstellungsprozessKunststoffschleifkörper bestehen aus einer Mischung von Kunstharz und abrasiven Zuschlägen. Die Gießmasse wird in Formnester gegossen; anschließende thermische Nachbehandlung beeinflusst das Abriebverhalten positiv. Abrasivanteile können je nach Typ bis etwa 75 % betragen. Enge Produktionstoleranzen und strenge Qualitätskontrollen sichern die konstante Qualität und Reproduzierbarkeit der Bearbeitungsergebnisse.
Formen und VariantenRösler bietet eine große Bandbreite an Formen, die unterschiedliche Schleifwirkungen und Einsatzfelder abdecken. Beispiele der verfügbaren Formen:
- Kegel (K): schonende Bearbeitung, abrollende Basiskante
- Kegel-Rund (KR): abgerundete Spitze für besonders feine Endoberflächen
- Pyramide (P): tetraedrische Form, homogenes Abtragen, gut für Entgraten
- Pyramide-Dreizack (PDZ): geeignet für Verzahnungen, Schlitze und enge Radien
- Pyramide-Quadrat (PQ): quadratische Basis, viele Umlaufkanten für schwer zugängliche Bereiche
- Paraboloid (PA): Glättungs-Schleifkörper mit guten Gleiteigenschaften
- Doppelkeil (DK): scharfkantig, ideal für Entgratung, Schlitzpartien und Gewindegänge
- Linse (L): sehr schonend, besonders für sehr weiche Materialien
- Quinto (QZ): Kombination aus Flächen und Rundungen für Flächen und enge Radien
Produktauswahl und BetriebsparameterDie Auswahl der passenden Form, Größe und Körnung richtet sich nach Werkstückgeometrie, Material und geforderter Oberflächenqualität. Größenbereich typischerweise von ca. 6 mm bis ca. 80 mm. Mit zunehmender Schleifkörpergröße steigt der Anpressdruck und damit die Schleifleistung; gleichzeitig verlängert sich die Standzeit.
Besondere Eigenschaften / technische Hinweise- Zusammensetzung: Kunstharz (polymerer Bindungsbasis) + abrasiver Zuschlag
- Abrasivanteil: je nach Typ bis ca. 75 %
- Größenbereich: ca. 6 mm bis ca. 80 mm
- Eigengewicht: ca. 50 % von keramischen Schleifkörpern (typischer Vergleichswert)
- Typisches Einsatzspektrum: Entgraten, Kantenverrunden, Schleifen, Glätten, Polieren
- N-Varianten (schaumfrei) verfügbar zur Reduktion von Schaumbildung, geringerer Maschinen- und Werkstückverschmutzung und höherer Prozessstabilität
- Farbcodierung definiert unterschiedliche Schleifwirkungen
- Herstellungsverfahren: Gießen in Formnester mit anschließender thermischer Nachbehandlung