Ritzstift nach van Laar, Modell 426 – Ein kugelförmiger Hartmetallstift mit einem Spitzendurchmesser von 0,5 mm ist stabil in einem kugelschreiberförmigen Halter aus eloxiertem Hartaluminium gefasst. Durch die griffige Formgebung ist eine stabile Führung des Gerätes während des Ritzvorgangs gewährleistet.
In einem Dauertest wird die Standfestigkeit der Kugelspitze geprüft: Ein Zylinder aus Automatenstahl von ca. 100 mm Ø wird durch eine Ritznadel bei etwa 20 cm/s und einer Belastung von 50 N auf einer Drehbank geritzt. Nach einer Strecke von 18000 cm darf noch keine Beschädigung der Kugelendung festzustellen sein.
Zweck und Anwendung
Es ist ein bekanntes Verfahren, Prüfbleche bei Korrosionsversuchen durch Einritzen eines sogenannten Andreaskreuzes zu präparieren, sodass der Widerstand des Anstrichsystems gegen Unterrostung geprüft werden kann.
Der Ritzstichel nach van Laar stellt ein geeignetes Werkzeug zur Herstellung definierter Ritzverletzungen an Anstrichoberflächen bei beschleunigten Korrosionsversuchen, wie Schwitzwasser-, Gaskorrosions-, Salznebel-, Dauertauch- oder Wechseltauchversuchen, Kurzbewitterungsprüfungen, usw. dar.
Durchführung des Ritzvorganges
Mit dem Ritzstift werden die Prüflinge bei Beginn und in periodischen Zeitabständen während der Korrosionsversuche angeritzt. Die Ritze werden von unten nach oben waagerecht übereinander und parallel zur kurzen Seite der Probe angebracht. Durch diese Arbeitsweise kann die fortschreitende Unterrostung sehr gut festgestellt werden.
Bei der Anwendung wird je nach Dicke und Härte der Anstrichschicht mehr oder weniger Kraftaufwand notwendig sein, um den Untergrund sicher zu erreichen und eine leichte Deformation des Metalls zu erzielen. Zweckmäßig ist es, zur Erreichung eines sauberen Ritzes ein Lineal zu verwenden. Die Ritzgeschwindigkeit soll ca. 10 cm/s betragen.